Die Geschichte der Mühlen an der Schwalm und ihrer Zuflüsse reicht zurück bis ins 13. Jahrhundert. Die Zahl der noch heute im deutschen Schwalmgebiet vorhandenen Mühlen wird mit etwa 40 beziffert, davon allein 22 an der Schwalm. Dies bedeutet einen durch-schnittlichen Abstand zwischen jeder Mühle von etwas weniger als einem "Schwalm"-Kilometer. Diese fast unvorstellbare Mühlendichte verdanken wir dem wasserreichen Schwalmbruch mit seiner extrem gleichbleibenden Wasserführung, der auch in Trockenzeiten genug Wasser an die Räder der Mühlen heranführte. In der Hochzeit des niederrheinischen Flachsanbaus fielen große Mengen an Flachssamen an, die in den Ölschlägen der Schwalmmühlen zu Öl verarbeitet wurden. Die Schwalmmühlen waren also überwiegend Ölmühlen.


<<< Tüschenbroicher Ölmühle

Tüschenbroicher Schloss mit Ruine des Südturms >>>
mächtig. Ölmühle, Kornmühle und die Ulrichskapelle stammen aus dem 17. Jh. und bildeten zusammen mit dem Schloss über Jahrhunderte den Mittelpunkt der Unterherrschaft Tüschenbroich, die zum Herzogtum Jülich gehörte.
die einzig verbliebene Schwalmmühle mit einem oberschlächtigen Rad und war ursprünglich mit zwei Mahlgängen ausgerüstet, die allerdings nicht gleichzeitig betrieben werden konnten. Die tägliche Betriebszeit betrug etwa sechs Stunden.

<<< Tüschenbroicher Mahlmühle (Kohrenmühle) mit oberschlächtigem Rad >>>
genommen werden. Im Jahr 1864 übernahm die Familie Frings den Mühlenbetrieb, die bis 1914 im Familienbesitz verblieb, bevor sie Heinrich Brocker kaufte. Auch heute noch ist das Mahlwerk in einem recht ordenlichen Zustand, auf dem bis 1960 - allerdings fast ausschliesslich elektrisch - Roggen geschrotet wurde. Im Innern der Mühle befindet sich ein Balken mit der Inschrift: "1769 - G.F.B. + M.C.D." Der Überlieferung nach soll dieser Balken aus der seinerzeit abgebrochenen Roßmühle entstammen, die nur unweit am Roßweiher gestanden hatte. Im Mühlengarten hinter dem Gebäude erinnert ein mächtiges

<<< Bockenmühle >>>
Steinkreuz mit der Inschrift "Anno 1837" an die Zeit der Familie Bocken. Die Eheleute hatten es aus Dankbarkeit setzen lassen, als ihr Sohn unerwartet als einer der wenigen aus dem Russlandfeldzug unter Napoleon heimkehrte.
kaufte. Fortan trug die Öl- und Mahlmühle den Namen "Jelisken-Mühle" und später auch "Mettelskes-Mühle". Im Jahre 1826 erwarb Leonhard Maassen die Bischofsmühle, die damals über ein unterschlächtiges Mühlrad und zwei Mahlgänge mit Ölpresse verfügte. Peter Wilhelm Ramachers übernahm die Mühle im Jahre 1853 und tauschte 1859 das unterschlächtige Wasserrad durch ein oberschlächtiges aus. Der heute hoch aufsteigende, bewachsene Kamin weist auf die Zeit zwischen 1882 bis 1908, als die Mühle zusätzlich zur Wasserkraft mit Hilfe eines Dampfkessels angetrieben wurde. Im Jahre 1917 kaufte der bisherige Besitzer der Molzmühle die Bischofsmühle von Ramachers. Heute ist die Bischofsmühle in Privatbesitz und wird zur Zeit zum Zweck der späteren Nutzung als Wohngebäude abgetragen und kernsaniert. Voraussichtler Fertigstellungstermin wird im Jahr 2012 erwartet.<<< Bischofsmühle
Wir folgen dem Strässchen "Zur Bischofsmühle" bis zur nächsten Kreuzung und biegen rechts auf "In Bissen" ab. Nach etwa einem Kilometer biegen wir wiederum rechts auf die "Klinkumer Strasse" und erreichen nach wenigen Metern die Sackgasse "Zur Lohmühle" im Ortsteil Bissen, in die wir rechts einbiegen und wo wir am Strassenende die erst um 1800 erbaute Lohmühle vorfinden. In der Mühle im damaligen Besitz von Jakob Henrichs mit damals zwei vorgelagerten Weihern wurde anfangs nur Eichenlohe für Gerbereien hergestellt und Knochen
gemahlen. Erst unter dem neuen Besitzer, Johann Wilhelm Henrichs, wurde der nicht mehr arbeitende Lohmahlgang durch eine Ölpresse ersetzt. In seiner Genehmigung stellte der Regierungspräsident jedoch die Bedingung, dass die Ölmühle niemals gleichzeitig mit der Knochenstampfmühle betrieben werden dürfe. Im Jahre 1872 übernahm Jakob Gripekoven die Lohmühle und liess 1888 eine steinerne Arche bauen. Nachdem Gripekoven
selbst lange Zeit die Mühle mit nur einem Mühlengesellen betrieben hatte, wurde 1942 Heinrich Kaiser der neue Besitzer, der die Mühle von seinem Onkel Hubert Gripekoven übernahm. Während die Speiseölzubereitung 1942 eingestellt werden musste, wurde im darauf folgenden Jahr noch ein moderner Mahlgang wie bei einer Grossmühle eingebaut. Im Jahre 1957 wurde immer noch unter Nutzung der Wasserkraft für die umliegenden Bauern in geringem Umfang gemahlen. Die Bäcker bezogen ihr Mehl allerdings immer häufiger von den Grossmühlen, so dass der Betrieb 1960 endgültig eingestellt werden musste. Bei einem Brand im
Jahre 1976 wurde die Lohmühle vernichtet, die Gebäude aber wieder aufgebaut. Seit 1997 ist die Mühle im Besitz der Familie Schopphoven und soll nach deren Plänen in den nächsten Jahren zu einem Wohngebäude restauriert werden. Die ehemaligen Mühleneinrichtungen wie Mühlrad, Mahlgang und Ölpresse sind leider heute nicht mehr vorhanden.
<<< Lohmühle >>>
zehn Müller ihr Handwerk an der Mühle, die zeitweise mit drei Mühlrädern, mehreren Mahlgängen und einer Ölpresse ausgestattet war: Müller Johann, Müller Heinen, Wilhelm Lummers, Johann Lambertz, Dietrich Müllers, Johann Verber, Wilhelm Byll, Peter Steffens und Johann Gotzen. Danach wurde die Mühle über fast 100 Jahre in vier Generationen der Familie Josten gepachtet. Im Jahre 1836 verpachtete der Besitzer Graf von Nesselrode die Wegberger Mühle an Peter Schmitz aus dem "Städtchen Gladbach". Dieser führte den Betrieb vorbildlich, was ihm mehrfach der Verwalter Carl Leopold Byll bescheinigte. 1853 wurde die gutgehende Mühle an Wilhelm Schmitz verpachtet. Durch den Rückstau des Wassers vom Mühlwehr versumpften die angrenzenden Grundstücke und wurden ständig überschwemmt, worauf die Gemeinde Wegberg im Jahre 1927 dem neuen Besitzer,
Heinrich Ramachers, das Staurecht für 30000 Goldmark abkaufte. Im Ergebnis bedeutete dies trockene Keller für die Gebäude in unmittelbarer Umgebung. Etwa 20 Jahre später entscheidet die Gemeinde Wegberg, den Mühlenweiher zu erhalten und ihn mit dem Wasser des Burggrabens zu speisen, was sich im Nachhinein bis heute als sehr weitsichtig erweisen sollte. Mühlenweiher und umliegender Park sind nämlich heute noch Kleinode und prägen die Wegberger Ortsgestaltung. 1952 war Robert Ramachers der letzte Eigentümer, unter dem die Wegberger Mühle in Betrieb war, bevor sie ihren Mahlbetrieb ganz einstellte. Heute befindet sich in dem ehemaligen Mühlengebäude ein Café namens "Samocca".<<< Wegberger Mühle mit dem Café "Samocca"
Der Name der Mühle stammt von dem Geschlecht der "Junker von Ophoven", das in unmittelbarer Nähe seine Hofanlagen hatte. Die Mühle wurde 1627 erwähnt, als Herrmann Hülsen sie verpachtete. Um 1700 war Tewis Vell der Müller an der Ophover Mühle. In seiner Zeit muss ein Umbau oder eine Erweiterung des Mahlgangs stattgefunden haben, worauf eine Inschrift "ANNO 1725" im Gebälk schliessen lässt.
Gripekoven der neue Besitzer, der die Mühle 1857 wahrscheinlich neu errichten liess, da sich über dem Hauseingang ein Stein mit der Inschrift "IWH.-C.EM 1857" befindet. Hermann und Jakob Heinrichs waren 1872 als Eigentümer eingetragen, bevor der eingeheiratete Gerhard Jansen die Mühle im Jahr 1900 übernahm und sowohl mit Wasser- als auch mit Dampfkraft betrieb.
Wasserkraft betrieben wurde. Selbst das Gemahlene wurde derzeit noch jeden Tag mit Pferd und Mühlenkarre zu den umliegenden Bauern gebracht. Nach Rückkehr ins Wegberger Stadtzentrum schlagen wir unseren Weg in nördliche Richtung ein bis wir im Stadtteil Harbeck den Kringskamp erreichen.
ernähren. So war der Müller gezwungen, in erster Linie als Landwirt seinen Lohn zu verdienen. In einem Verzeichnis des uns schon bekannten Freiherrn von Spiering zu Tüschenbroich wurde die Mühle bereits im Jahre 1717 genannt. Früher trug sie den Namen Crintz-Mühle. Theodor Knippertz war der Eigentümer von 1826 bis 1865, danach sein Sohn Heinrich. Die Pächter waren Stefan Oellers, Johann Arnold Schmitz und Karl Jansen. Um 1900 übernahm Hubert Königs die Mühle von Heinrich Knippertz und verkaufte die Ölbecken an den Lohmüller in Bissen. Nach seinem Tode wurde der Mühlenbetrieb eingestellt. Ein Balken in der Mühle trägt die bezeichnende Inschrift: "Anno 1770 den siebten Tag Januaris ist dieses mit Hülfte Gottes aufgerichtet worden! Bauven ist eine schöne Lust! Das es aber viel kostet habe ich nicht ge - wust!"
Wohngebäude und Warenlager für einen Landproduktehandel genutzt. Lediglich einer der ehemaligen Mühlsteine fand einen dauerhaften Platz an einer Hauswand. Die Familie der heutigen Besitzer Küppers übernahmen die Mühle 1944, als schon Mühlrad und Mahlgang "abhanden" gekommen waren.
<<< Vollmühle >>>
Östlich von Wegberg am Mühlenbach erwartet uns die Holtmühle, die heute ganzjährig einen Restaurantbetrieb führt. Sie wurde schon 1397 in einer Steuerrechnung des Rabolt von Brempt, "Drost und Rentmeister von Montfort und Erkelenz", genannt. 1557 beschwerten sich die Beecker, dass der Holtmüller das Wasser zu sehr aufstaute. 1640 gehörten zur Mühle neun Morgen Land. Am 1. Juli 1745 sollte die Holtmühle versteigert werden, doch es fand sich kein einziger Interessent. Im Jahre 1776 wurde der Betrieb zur Mühle mit zwei Mahlgängen umgerüstet, einer zum Mahlen von Brotgetreide und der zweite zur Herstellung von Viehfutter. Einige Jahre später wurde ein weiterer Mahlgang zum Pressen von Öl eingebaut. Im Jahre 1815 kauften Heinrich Symes und Johann Schmitz die Mühle von den Eheleuten Wilhelm Stein und Gertrud Pays. Seit nunmehr fast 200 Jahren ist die Holtmühle im Besitz der Familie Symes. Ursprünglich trieb das Wasserrad ein Holzsägewerk an - daher stammt auch das Wort "Holt" im
Namen der Mühle. Als Anfang des 19. Jahrhunderts in Wegberg eine große Ölmühle ihren Betrieb aufnahm, wurde die Arbeit mit der Ölpresse an der Mühle eingestellt. Aber es wurden jährlich bis zu 500 Tonnen Getreide verarbeitet.
Um 1900 wurde erstmals in den Mühlengebäuden eine kleine Gastronomie eingerichtet. Die damalige Inhaberin, Urgroßmutter Symes, versorgte ihre Gäste mit belegten Broten und Getränken. Dieses Angebot war bei den Leuten aus dem benachbarten Umland sehr beliebt. Selbst reiche und angesehene Leute aus den
umliegenden Städten wie Mönchengladbach und Erkelenz reisten mit ihren Kutschen zur "Brotzeit" an. Das Kahnfahren auf dem Weiher kostete zu dieser Zeit nichts.
<<< Holtmühle >>>
Im Jahr 1919 wurde das Holzmühlrad durch ein heute noch vorhandenes Stahlmühlrad mit fast sechs Metern Durchmesser ersetzt. Es ist damit eines der grössten Wassermühlräder im gesamten Schwalmgebiet. 1952 wurde die gewerbliche Mahlung eingestellt. Lediglich ein Mahlgang für die Produktion von Viehfutter für den Eigenbedarf wurde aufrechterhalten. Aus der stillgelegten Mahlstube wurde
eine Bauernstube, die an einen Gastronomen verpachtet wurde. 1967 wurde auch der letzte Mahlgang stillgelegt. 1969 wurde durch einen Anbau der Restaurationsbereich erweitert, der heute vom jüngsten Sproß der Familie Symes betrieben wird. Eine idyllisch gelegene Anlage mit einem Stauteich und Bootsverleih (Mai bis September) erwartet den müden Wanderer und lädt zu einer erholsamen Rast ein. Wir setzen unsere Tour weiter über die Hospitalstrasse in Richtung Rickelrath bis zur Buschmühle fort.
Stausee Holtmühle >>>

<<< Buschmühle am Mühlenbach bei Rickelrath
Ein gutes Stück bachabwärts des Mühlenbaches hinter der Einmündung des Bachmanngrabens liegt am Rande der gleichnamigen Ortschaft die Buschmühle. Der Mühlenbach wurde auch hier zum der Mühle vorgelagerten Mühlenweiher aufgestaut. Dies brachte bereits 1556 und 1557 die Anwohner auf, die sich über den schädigenden Wasserstau des Müllers Dedrich (Theodor) auf dem Bosch beschwerten. Auf Grund dieser Überlieferung wissen wir, dass die Mühle schon mindestens seit dem
16. Jahrhundert existiert. In der Zeit des 30-jährigen Krieges (1618 - 1648) wurden der Buschmühle neun Gulden Kontribution auferlegt, wogegen sich der damalige Besitzer, Peter Buchs, beim Freiherrn von
Spiering beschwerte - ohne Erfolg übrigens. Während der Franzosenzeit (1794 - 1815) nahmen die Franzosen dem damaligen Müller Theis die Buschmühle samt Pferd und Wagen ab. 1822 hiess der Eigentümer der Öl- und Mahlmühle Johann Anton Gripekoven. Die Ölmühle mit Keilpresse hatte anstelle eines Kollerganges sogenannte Stampfer zum Zerkleinern der Ölsaat. Hubert Gripekoven wurde 1869 Eigentümer der Mühle, zu der das Mahlgut teils über eine Stunde weit mittels Einsatz kostspieligen Fuhrwerks zur Mühle herangeschafft werden musste, weil der Mühlenstandort von den nächsten Ortschaften entfernt gelegen war. Im Jahre 1875 erwarb Wilhelm Schmitz die Buschmühle, dessen
einzige Tochter Josefine die Mühle nach dem Tod ihres Vaters 1893 erbte. Josefine Schmitz heiratete 1910 den Kaufmann Robert Symes, einen Spross der Familie, der die Holtmühle gehörte.
<<< Buschmühle >>>
Nachdem zwischenzeitlich der spätere Besitzer der Molzmühle, Rudolf Gripekoven, die Mühle gepachtet hatte, führte Josefine Symes mit ihrem Sohn den Betrieb noch von 1917 bis 1953 fort. Seit 1946 wurde allerdings mit elektrischer Kraft gearbeitet. Die Buschmühle war die einzige und letzte Mühle bei Wegberg, in der noch nach dem 2. Weltkrieg Öl geschlagen wurde. Im Jahr 2004 wurde das Mühlrad vom Sportanglerverein Wickrath und Umgebung e.V. restauriert. Nicht weit unterhalb der Buschmühle stand im 16. Jahrhundert eine weitere Mühle, die Meismühle. Der Name stammt wohl von Bartholomäus, im Volksmund Bartolomais. Auch hier führten die Beecker Beschwerde gegen das ihrer Meinung nach zu stark aufgestaute Wasser. Schliesslich wurde die Meismühle später abgerissen. An der Buschmühleverlassen wir die Hospitalstrasse und befahren von dort einen Radwanderweg (halbrechts) bis wir in der Nähe der Schrof-Mähle auf die Landstrasse L3 stossen.
Linke Hand von uns erscheint das auffallend leuchtende Weiss der Fassade der als "Hofgeviert" gebauten Schrofmühle, der letzten von ehemals fünf Wassermühlen am Mühlenbach. Sie ist seit mehr als 200 Jahren in Familienbesitz und gehört nicht nur zu den best erhaltenen Wassermühlen, sondern ist die einzige funktionstüchtige Getreide- und Ölmühle des Rheinlandes. Erstmalig findet die Mühle 1558 Erwähnung, später im Jahre 1640 noch einmal im Rentenbuch der Stadt Wegberg,
als der Schrofmüller dort sein zehntbares Land an den Pastor Sibenius in Wegberg mit elfeinhalb Morgen und einem Viertel angab. Das Wort "schrof", das der Mühle ihren Namen gibt, stammt wohl aus dem niederdeutschen und bedeutet soviel wie sumpfig, unbegehbar. In einer Karte von Tranchot und v. Müffling (1803-1820) wurde das sumpfige, unzugängliche Bruchgelände zwischen Schrof- und der Molzmühle ebenfalls mit "Schrof" bezeichnet. Von 1710 bis 1725 hiess der Schrofmüller Jakob Warmers. Wilhelm Anton Kamps war bis 1823 Eigentümer der Mühle. Nach seinem Tod übernahmen die Erben Kamps die Eigentumsrechte und verpachteten die Mühle von 1827 bis 1836 an Jakob Gripekoven. Danach betrieben sie selbst die Mühle, die über ein unterschlächtiges Wasserrad, zwei
Mahlgänge und einen vom Mühlenbach gespeisten, vorgelagerten Weiher verfügte. Das alles ist heute noch auf dem herrlichen Anwesen vorhanden.
Im Jahre 1848 erwarb Johann Arnold Schmitz, der bis dahin die Kringsmühle gepachtet hatte, die Anlage von den Erben der Kamps und beauftragte den bekannten Mühlenbauer Heinen aus Rickelrath mit dem Bau einer Ölpresse und der zwei Mahlgänge, die in der neuen Mühle errichtet werden sollten. Die hölzerne
Arche wurde 1871 abgebaut und durch eine massive Betonarche ersetzt. 1900 war Matthias Schmitz Eigentümer,
bevor seine Nichte die Mühle im Jahr 1916 erbte. Bei Fundamentarbeiten im Jahre 1934 stellte man fest, dass an der Stelle der jetzigen Mühle vorher schon zwei andere gestanden hatten. Man stiess nämlich bei Ausschachtungen auf zwei Fussböden, die 1,20 Meter übereinander lagen. Der untere Boden lag etwa auf gleicher Höhe mit dem Bachbett.
<<< Ölmahlgang (links)/alter Mühlstein (rechts) der Schrof-Mühle bei Rickelrath >>>
Zu einem tragischen Unfall kam es 1935, als die drei Jahre alte Tochter des damaligen Pächters, Wilhelm Nauß, im Mühlenweiher ertrank. Vor 1848 führte an der Mühle noch keine Brücke über den Mühlenbach, so dass sowohl Fussgänger als auch Fuhrwerke den Bach nassen Fusses durchqueren mussten. 1950 wurde der kommerzielle Betrieb an der Mühle eingestellt. Dank privater Initiative wurde inzwischen eines der beiden Mahlwerke und das Mühlrad wieder instand gesetzt. Seit 2004 kümmert sich der neu gegründete Förder- und Museumsverein Schrofmühle Rickelrath e.V. um die Pflege und Instandhaltung des Kulturdenkmals Schrofmühle. Dank der Arbeit des gemeinnützigen Vereins konnte die Wiederherstellung der ursprünglichen Form des Mühlenanwesens (z.B. der Einbau einer Ölpresse, eines Ofens und eines Rührwerks, die Einrichtung eines Museums) sowie die Nutzbarmachung für die Volks- und Heimatbildung seit 2004 intensiviert und beschleunigt werden. Heute besitzt die Mühle ein Getreidemahlwerk mit zwei funktionstüchtigen Mahlgängen und einem Sackaufzug sowie eine vollständig eingerichtete Ölmühle mit Kollergang, Leinölofen, Rührwerk und Ölpresse (Keilpresse), so dass im Museum Schrofmühle zu Anschauungszwecken wieder gemahlen werden kann. Seit Mai 2009 befindet sich eine Dauerausstellung im Hauptgebäude der Mühle und informiert über die Mühlengeschichte in Wegberg und Umgebung, was neben den Live-Vorführungen in der Mahlstube den Erlebniswert bei einem Mühlenbesuch erheblich erhöhen dürfte. Wir überqueren die Landstraße in Richtung Molzmühle (siehe Hinweisschild). Etwa über einen Kilometer folgen wir der asphaltierten Straße und erreichen nach einem kurvenreichen bergab führenden Abschnitt die Molzmühle.
<<< Molzmühle bei Rickelrath >>>
Urkundlich wird die Molzmühle erstmals im Jahre 1627 bezüglich des Baus des Holzkollergangs erwähnt, der damit der älteste erhaltene im gesamten Rheingebiet bis einschließlich der Schweiz ist. Weiterhin belegt ein Pachtbrief aus dem selben Jahr, dass Arnold Molz der Besitzer dieser historischen Mühle war, die noch heute seinen Namen trägt. In einer anderen Urkunde, fast 150 Jahre später bestätigt Kaiserin Maria Theresia von Österreich dem Kreuzherrenkloster von Wegberg unter anderem den Besitz einer Wassermühle mit 20 Morgen Land an der Schwalm nächst Rickelrath. Ab 1820 ist die Geschichte der Molzmühle fast lückenlos zu rekonstruieren. Sie verfügte über ein unterschlächtiges Wasserrad. Unterlagen aus dem Jahre 1853 besagen, dass der Mahlgang täglich 16 Stunden in Betrieb war, die Ölpresse dagegen nur 6 Stunden arbeitete. 1930 wurde der Mahlbetrieb endgültig eingestellt. Die Anfänge der gastronomischen Geschichte gehen auf eine Milchwirtschaft im Jahre 1923 zurück. Nach dem Erwerb der Mühle restaurierten die jetzigen Betreiber die Bausubstanz Stück für Stück bis zum heutigen Tage und viele Aufgaben liegen noch vor ihnen. Begonnen wurde 1982 mit dem Kernstück und gleichzeitigen Juwel der Mühle - der Mahlstube. Diese wurde seit 1930 nicht mehr genutzt und war seither völlig dem Verfall preisgegeben. Am 4. August 1984 konnte der restaurierte Mühlraum der Öffentlichkeit vorgestellt und der gastronomischen Nutzung übergeben werden. Die Molzmühle beherbergt ebenso ein kleines Hotel mit einem Dutzend individuell und sehr gemütlich eingerichteter Zimmer.
<<< Reetgedeckte Häuser in Schwaam >>>
Wir überqueren dabei nach wenigen Metern die Schwalm und folgen dem Verlauf der asphaltierten Straße durch den Schwaamer Bruch. Er wird uns in die kleine Ortschaft Schwaam führen, wo wir die einzigen reetgedeckten Häuser dieser Region vorfinden. Vorbei am urigen Gastlokal "Timmermanns" und Haus Jüppen durchqueren wir das idyllische Reet-Dorf - wir befinden uns übrigens jetzt auf Fernradwanderweg R16 - und biegen knapp hinter dem Ortsende halbrechts in einen seit kurzem (2009/2010) neu anglegten und gut befestigten Rad- und Fussweg ein, der den rechts von uns liegenden Bruchwald säumt. Am Ende stossen wir schliesslich auf eine asphaltierte Querstrasse (Verbindung zwischen Lüttelforst und Meerbeck). Dort geht es rechts ab bis an die Schwalm (ca. 400 m). Hier verlassen wir die R16, die uns durch den Ort Lüttelforst führen würde. Stattdessen wählen wir den "grünen" Weg direkt am Ufer der Schwalm
entlang, wo wir mit etwas Glück den Eisvogel oder ein Nutria beobachten können.
Wir befinden uns nun auf einem der am schönsten befahrbaren Schwalmabschnitte direkt zwischen Schwalm-Bruchwald, dem ehemaligen Bett der Schwalm, und dem linken Schwalmufer, dessen Bett in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts über eine Länge von etwa drei Kilometern neu ausgegraben bzw. das alte Schwalmbett begradigt wurde. Ökologisch gesehen war dies nicht unbedingt eine Meisterleistung des Menschen! Zu unserer Rechten sehen wir, etwas erhöht, die Bebauung des Waldhufendorfs Lüttelforst, die sich hinter ihren tiefen, bis an die Schwalm reichenden Gartenflächen dies- und jenseits der Lüttelforster Dorfstrasse anschmiegt. Nachdem wir auch die Lüttelforster Pfarrkirche St. Jakobus, auf der höchsten Erhebung Lüttelforsts liegend, hinter uns gelassen haben, nähern wir uns unserer nächsten Mühlenstation.
<<< Reetdachkate in Schwaam
und verfügte über ein Ölschlagwerk, einen Koller- und einen Mahlgang, die von zwei unterschlächtigen Mühlrädern angetrieben wurden. Die Mühle, die lange Zeit neben der Papelter Mühle und dem Herbertzhof zum Besitz der Familie Mühlenweg gehörte, ging nach dem Tod des kinderlos
gebliebenen Johann Arnold nach jahrelangem Rechtsstreit an die Eheleute Johann Mathias Herbertz und Anna Maria
geborene Mühlenweg (1782). Der im Volksmund gebräuchliche Name "Jennekes- oder Gennekesmühle" läßt vermuten, daß die Mühle längere Zeit von der alteingesessenen Müllerfamilie Jennekes bewirtschaftet wurde. 1872 erwarb Peter Matthias Gerards die Mühle von Gölden, nach dem sie auch zeitweilig "Göldenmühle" genannt worden war.
<<< Jennekesmühle
Als Gerards 1895 starb, hinterließ er neun Kinder, die die Jennekesmühle und 60 Morgen Land unter sich aufteilten. Schließlich wurde die Mühle um die Wende ins 20. Jahrhundert an van Schayk verkauft, der 1905 den Ölschlag und ein Mühlrad abbrechen ließ. Nach Beendigung des ersten Weltkriegs wurde der Betrieb der Jennekesmühle auf eine Feilenschleiferei umgestellt. Infolge der Schwalmbegradigung im Jahre 1928 wurde der Mühle die antreibende Wasserkraft entzogen und sie mußte ihren Betrieb vollends einstellen. Ein Relikt aus der Mühlenhochzeit - ein alter, originaler Mühlstein - ziert den Eingangsbereich der jetzt als Wohnhaus genutzten und inzwischen von den heutigen Besitzern mit viel Aufwand, Liebe und Geschmack restaurierten Anlage, die übrigens ihren alten Namen "Mühlenhof" zurückerhalten hat.Weg zur Jennekesmühle über die Schwalm >>>
Weiher anwachsen, so dass noch im letzten Jahrhundert an dieser Stelle der Betrieb einer Badeanstalt und das Befahren des Gewässers mit einem Kahn möglich war. Heute wird der Lauf der Schwalm durch eine
betonierte Arche verengt und das Wasser mit erhöhter Fliessgeschwindigkeit dem einzigen
verbliebenen Mühlrad zugeführt. Die Mühle, die schon vor 1300 genannt wurde und damals zum Waldnieler Rittersitz der Bocholtz gehörte, besass ursprünglich zwei Mühlräder. 1591 wurde der Besitz aufgeteilt und die Mühle sowie der nahegelegene Dahlhof gingen an Sibert von Bocholtz, verpachtet an einen Peter von Lüttelforst.
<<< Lüttelforster Mühle - alter Mahlgang >>>
Nach der Hochzeit einer der Töchter Sibert von Bocholtz's mit Ernst Albert von Ingenhoven war die Mühle fortan im Besitz der Familie von Ingenhoven und wurde 1763 an einen Matthias Jetten verpachtet. Seit 1825 war Josef Gabriel Wassenberg der Pächter der Lüttelforster Mühle, dessen Sohn Konrad sie dann 1868 von dem Kölner Kaufmann Gustav von Mevissen kaufte. Der Mühlenbetrieb wurde bis zum zweiten
Weltkrieg aufrechterhalten. Die Lüttelforster Mühle behielt als eine der letzten Schwalmmühlen ihr Staurecht bis 1953. Danach wurde die Mühle in ein Ausflugslokal umgewandelt, das noch heute als
beliebtes Ausflugsziel aufgesucht wird. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten unter neuem Besitzer, die
<<< Lüttelforster Mühle nach der Restaurierung >>>
etwa zwei Jahre in Anspruch genommen haben, öffnete die Lüttelforster Mühle, die nun auch liebevoll "Lü" genannt wird, am Vatertag 2007 erneut ihre Pforten. Im Herbst/Winter 2008 legte der Schwalmverband eine Fischtreppe nach dem Vorbild der Brüggener Mühle an. Auch weiterhin wird die "Lü" für eine Überraschung gut sein, denn schon ab Frühjahr 2011 darf dann noch mit der Erweiterung in Form eines Landhotels gerechnet werden.
und war das frühere Zollhaus an der Grenze zwischen den spanischen Niederlanden und dem Herzogtum Jülich. Die heutigen Niederlande waren in der Zeit von 1543-1793 Teil des spanischen Königreiches. Das Ziegelwohnhaus der Pannenmühle wurde 1806 vom Müller Toerschen gebaut, dessen Schwiegersohn Eberhard Botz die Mühle 1847 auf vier Keilpressen, zwei Kollergänge und ein Rührwerk erweitern ließ. 1873 fügte er noch zwei Mahlgänge für Roggen und Weizen hinzu. 1882 kaufte Friedrich August Gotzes die Pannenmühle von dem in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Botz, stellte den Mahlbetrieb allerdings schon acht Jahre später ein. Ab 1913 wurde die Pannenmühle als Sommerwirtschaft mit einer Badeanstalt ausgewiesen. Daher war Müller Gotzes bei allen
als der "Badewirt" bekannt. Ein Badevergnügen der besonderen Art versprach das "Reiten auf dem Mühlrad", wobei von der Arche aus das laufende Rad bestiegen wurde und nach einer halben Umdrehung auf dem Rad in den Kolk hinter dem Mühlrad gesprungen wurde.
<<< Pannenmühle bei Niederkrüchten >>>
Der Kolk ist eine teichähnliche Vertiefung, die durch Ausspülung des Gewässergrundes vom ständig herabstürzenden Wasser hervorgerufen wird. Das Wasser hinter dem Mühlrad sammelte sich damals in einem großen See, der, wie schon erwähnt, dem Badebetrieb diente und bis zur nächsten Mühle reichte. Noch heute sind die verlandeten Überreste des sogenannten Raderveekes zu erkennen, wobei wir auch schon bei der nächsten Mühle, der Radermühle, angelangt wären.
<<< Radermühle bei Niederkrüchten
Die Radermühle bei Niederkrüchten, erstmals im Jahre 1311 urkundlich erwähnt, besteht mit ihren heutigen Grundrissen und Gemäuern seit ca. 1750. Diese historische Anlage im couvenschen Baustil - einem vereinfachten Rokokostil - weist auf seinen (Wieder-)Erbauer, dem Aachener Baumeister Johann Joseph Couven (1701-1763). Die Mühle, die zeitweise auch Rather-Mühle hiess, war einerseits
herzogliches Eigentum und wurde in Erbpacht vergeben, andererseits war die Mühle zur "Bannmühle" (auch Zwangsmühle) erklärt, in der alle Lüttelforster und Bewohner von Burgwaldniel, die ihren Wohnsitz bis zur Waldnieler Kirche hatten, mahlen lassen mussten. Eine Urkunde des Herzogs von Jülich erwähnt die Radermühle als "Bannmühle" und belegt Bewohner innerhalb der "Bannmeile" mit empfindlichen
Geldstrafen, die ihrer Pflicht nicht nachkamen in der Radermühle mahlen zu lassen.
<<< Blick in den Innenhof >>>
Im Jahre 1598 wurde die Radermühle nach Abriss des alten Gebäudes im kunstvollen Barockstil neu aufgebaut. Die Mühle verfügte ursprünglich über zwei Mühlräder, die eine Keilpresse und Mahlwerke antrieben. Leider lassen heute zwei unrestaurierte Mühlradwellen kaum vermuten, dass hier einmal Getreide gemahlen und Flachs geschlagen wurde. 2007 wurde in der Mühle während der Sommermonate ein Café & Restaurant eröffnet, der Betrieb aber im selben Jahr wieder eingesstellt.
<<< Hier bildet die aufgestaute Schwalm den Brempter See
Im 19. Jahrhundert wurde hier ausschließlich unter der "Müllerdynastie" Wallrafen Mehl gemahlen. Der letzte Müller der Wallrafens, auch bekannt als "Et Mehl", stellte den gesamten Mahlbetrieb um 1900 ein. Danach wurde in der Brempter Mühle über etwa 80 Jahre eine Gastronomie betrieben, bevor das Mühlengebäude 1989 umfassend renoviert wurde und seitdem bis heute als Wohngebäude genutzt wird. Das Mühlrad ruht und dient heute nur noch der Erhaltung des Mühlencharakters.Die Brempter Mühle >>>
<<< Der Hariksee
Der Hariksee ist ein El Dorado nicht nur für Angler und Wassersportfreunde. Er ist eines der beliebtesten Naherholungsgebiete dieser Region überhaupt.
Das Inselschlößchen >>>
2002 völlig niedergebrannt, erstrahlt es heute wieder in neuem "alten" Glanz. Mit Eifer wird noch am letzten Finish gearbeitet. Bauzaun und Container sind Beleg für die noch nicht ganz abgeschlossenen Arbeiten (September 2003).
<<< Touristenattraktion: Motorschiff "Patschel"
- Der Patschel, benannt nach dem letzten Fischotter am See, verkehrt auf der Nord-Süd-Achse des Hariksees als schnellste Verbindung zwischen dem reizenden Inselschlößchen und der Mühlrather Mühle.
Da die Mühle ein Lehen des Hauses Clee in Waldniel war, sind die meisten der ehemaligen Besitzer bestens bekannt. So wurde die Mühle unter anderem an Kornelius von Loevenich (1495), Wilhelm von den Eicken (um 1514), Dietrich von Holthausen (1565), Johann Dietrich von Hompesch (1693), Adriana Helena Witwe von Utenhoven (1733), Ernst Josef Wilhelm von Hompesch (1761) und Sigismund Anton von Roth (um 1800) belehnt. Weitere Besitzer waren Karl Ludwig von Roth (1842), Franz Wilhelm Eduard Rosbach und Georg Bartholomäus Eduard Rosbach (ab 1885), sowie die Kommerzienräte Ferdinand Bartels und Josef Kaiser (ab 1911). Im Jahre 1590 wurde die Mühle von Werner von Ketzgen neu erstellt und unter dem Namen "Mulrader Meulen" eingetragen. Um 1850 erbaute ein Pächter namens Vetten ein Wohnhaus an. Um 1900 kaufte Wentges die Mühle und verpachtete sie an die Gebrüder Gisbertz. Lennartz aus Orsbeck heiratete die einzige Schwester der Gebrüder

<<< Mühlrather Mühle

<<< Borner Mühle >>>
Im Innern des historischen Gemäuers bietet ganzjährig ein gepflegter Gastronomiebetrieb die Gelegenheit zur Bewirtung von Rad- und Wandertouristen und vielköpfigen Gesellschaften. Darüberhinaus hält die Borner Mühle zwei Tagungsräume und einige schöne Hotelzimmer bereit. Ein Besuch der am westlichen Ortsrand von Born - zur Gemeinde Brüggen gehörend - in wunderschöner Landschaft gelegegenen Wassermühle wird sich lohnen.
Für die Besitzer Brüggens folgten hitzige Fehden und jahrelange Kämpfe, die 1473 ihren Höhepunkt fanden. Auf seinem Zug nach Neuss besetzte Karl der Kühne von Burgund das Amt Brüggen. Die Burg wurde erstürmt und ausgeraubt. Die Brüggener Mühle verbrannte bei den Kämpfen, wurde aber wieder aufgebaut. Auch im 30-jährigen Krieg (1618 - 1648) war Brüggen immer wieder Kriegsschauplatz oder Durchzugsgebiet fremder Truppen. Obendrein wurden in dieser Zeit, nämlich zwischen 1635 und 1637, die Brüggener von der Pest heimgesucht, wobei zwei Drittel der Bevölkerung der Seuche erlag. Im 18. Jahrhundert mussten die Menschen um die Brüggener Burg wiederum Belagerung und Okkupation während des spanischen (1701 - 1713) und österreichischen Erbfolgekrieges (1741 - 1748) ertragen.
<<< Brüggener Mühle >>>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Brüggener Mühle auf den alten Brüggener Befestigungsmauern neu errichtet, also dort wo sie heute steht. Nach der Franzosenzeit (1794 - 1815) ging die Brüggener Mühle am 24. Mai 1815 in den Besitz von Heinrich Printzen aus Amern St. Georg über. Bis 1955 wurde in der Brüggener Mühle, die ursprünglich zwei Wasserräder führte und über eine Ölpresse und einen Mahlgang verfügte, noch gemahlen, bevor sie 1959 restauriert wurde und bis heute als Gasthof und Restaurant dient. Im Juni 1982 wurde das alte Mühlrad durch ein verzinktes ersetzt, welches einen Generator zur Stromgewinnung für den Eigenbdarf antreibt. Seit 2007 wird kurz vor dem Mühlrad ein Teil des Schwalmwassers zur Speisung einer sogenannten Fischtreppe abgezweigt. Die Fischtreppe, die auf Initiative des Schwalmverbandes angelegt wurde, ermöglicht den Fischen, das durchs Mühlrad gegebene Hindernis vor allem stromaufwärts zu umschwimmen.
Mühlengebäude in massiver, zweigeschossiger Ziegelsteinbauweise ist ein Vertreter des jüngeren Mühlenhaustyps, das sehr aufwendig restauriert wurde und heute als privates Wohngebäude dient. Zunächst hält man vergebens Ausschau nach dem Mühlrad. Dieses verbirgt sich nämlich hinter einer Doppellade, die man von aussen öffnen kann. Beim Blick ins Radhaus sieht man auch sehr schön das Wasser durchs Haus fliessen.
<<< Dilborner Mühle >>>
Es ist das einzige Mühlrad aller Schwalmmühlen, das sich im Innern des Mühlengebäudes befindet. Der Clou dieser aussergewöhnlichen Innenlage bestand darin, dass der Müller die Mühle bis in den Winter hinein in Betrieb halten konnte. Dazu war allerdings einiger Aufwand nötig. Zum einen musste das Eis auf dem zugefrorenen Mühlenweiher ständig mit einer langen Stange in möglichst kleine Schollen zerstossen werden und zum anderen musste vor den Einlauf ins Wasserradhaus ein Eisenkorb mit glühenden Kohlen gehängt werden. Die Glut im Korb schmolz die Eisschollen so weit, dass sie das Mühlrad nicht beschädigten. Offenbar war der Aufwand durch die längere Auslastung der Mühle gerechtfertigt. Im 19. Jahrhundert gehörten Schloss und Mühle zum Besitz des Grafen von Schaesberg. Leider ging sämtliches Urkundenmaterial über Schloss und Mühle Dilborn bei einem Brand des Schlosses Krickenbeck im Jahr 1911 verloren. Die Dilborner Mühle befindet sich nun schon lange im Besitz der Familie van de Weyer, die ursprünglich im 17. Jahrhundert Haus Wigelter bei Bingelrade (Ort in der niederländischen Provinz Limburg) besass. 1778 heiratete Laurentius van de Weyer Maria Magdalena Delport. Ihr gemeinsamer Sohn, Theodorus Henricus, heiratete 1817 die aus der Etzenrather Mühle in Gangelt stammende Maria Cornelia Bischoffs. Einer ihrer Söhne, Nikolaus Josef, heiratete Anna Meenz aus Schinveld und zog mit ihr zur Dilborner Mühle, die damals noch zum Schloss gehörte. Wilhelm, einer ihrer Söhne, übernahm vom Vater, Nikolaus Josef, Beruf und Mühle. Von Wilhelm übernahm dessen ältester Sohn Otto Karl die Mühle, der 1949 an der zeitweilig stillgelegten Mühle einen Campingplatz anlegte. Nach 1950 wurde noch kurze Zeit mit einem Elektromotor weitergemahlen.
Swalmen, dem es auch seinen Namen gab. Hier lagen früher noch drei Mühlen, von denen heute nur noch die letzte erhalten ist, die Swalmener Watermolen. Wir befinden uns im Zentrum von Swalmen nahe der Swalmener Kirche und bewegen uns zwischen Kirche und Stadt-Bibliothek auf die Schwalm zu. Sobald der
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Blick frei wird, erkennen wir in halbrechter Lage ein relativ unscheinbares Gebäude, vor dessen Eingangsbereich drei gelbe Tanks montiert sind. Die Mühle wurde im "Ankerjaartal" 1789 an der Molenstraat gebaut ist der Nachfolgebau der seit dem 17. Jahrhundert an gleicher Stelle abgerissenen Kornmahlmühle. Ursprünglich mit zwei Wasserrädern ausgerüstet trieb sie eine Getreide- und eine Ölmühle an, in der Raps zu Öl verarbeitet wurde. Die Mühle war früher im Besitz der gräflichen Familie Wolff Metternich. Ihre Wasserräder wurden im 2. Weltkrieg durch Granaten zerstört. Daher konnte sie nur bis 1945 betrieben werden. Der letzte "Molenbaas" war Lei Vallen. 1953 wurde die Swalmener Mühle zum Wohngebäude umgebaut.